„Visegrad Lessons“ Projekt erfolgreich abgeschlossen: Was kann der Südkaukasus von Mitteleuropa lernen?

Caucasian Journal
„Visegrad Lessons“ Projekt erfolgreich abgeschlossen: Was kann der Südkaukasus von Mitteleuropa lernen?

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Visegrad Lessons Collage13.05.2026 (Kaukasisches Journal). Nach mehreren Monaten der Diskussionen und des Austauschs von Experten wurde das Projekt Visegrad Lessons erfolgreich abgeschlossen.
Die Initiative brachte fast 40 Experten aus Mitteleuropa und dem Südkaukasus zusammen — darunter Diplomaten, Forscher, Führungskräfte der Zivilgesellschaft, Journalisten und Politikspezialisten — um eine zunehmend wichtige Frage zu untersuchen: Können Länder praktische Zusammenarbeit fortsetzen, auch wenn die Politik tief polarisiert ist?
Die Antwort vieler Teilnehmer war eindeutig: Ja, wenn die Zusammenarbeit auf praktischen Interessen basiert und nicht auf politischer Einigkeit.
Das Projekt untersuchte, wie die Erfahrungen der Visegrad-Länder — Tschechische Republik, Polen, Slowakei und Ungarn — nützliche Lehren für Georgien und den weiteren Südkaukasus bieten können. Wir danken dem Internationalen Visegrad-Fonds, Arnika, EUROPEUM, Visegrad Insight und dem Zentral-Europäischen Forum für die Unterstützung. Im Verlauf des Projekts wurden vier internationale Webinare zu Themen wie:Teilnehmer kamen aus einer breiten Palette von Institutionen, darunter Universitäten, Think Tanks, NGOs und ehemalige hochrangige Beamte aus der V4-Region und Georgien. Eines der zentralen Themen war die Unterscheidung zwischen sogenannter „hoher Politik“ und „niedriger Politik“. Die Ergebnisse aller Webinare wurden in Englisch und Georgisch veröffentlicht unter:Webinar 1Webinar 2;  Webinar 3Webinar 4. Während die Regierungen politisch aufeinanderprallen können, stellten Experten fest, dass die Zusammenarbeit oft in weniger politisierten Bereichen fortgesetzt wird, wie z.B. Handel, Bildung, Forschung, Umweltpolitik, berufliches und zivilgesellschaftliches Networking. Mit anderen Worten, selbst wenn der politische Dialog schwierig wird, kollabiert die praktische Zusammenarbeit nicht zwangsläufig.
Mehrere Redner warnten davor, dass politische Fragmentierung allmählich nicht nur die Beziehungen der Regierungen, sondern auch die Wissenschaft, Medien, Zivilgesellschaft und internationale Partnerschaften beeinflussen kann. Andere betonten, dass die Aufrechterhaltung des internationalen Engagements in Zeiten von Spannungen besonders wichtig wird.
Teilnehmer hoben auch die wichtige Rolle der Zivilgesellschaft und der wissenschaftlichen Zusammenarbeit hervor, um Kommunikationskanäle offen zu halten, wenn der formale politische Dialog schwächt.
Im Rahmen des Projekts veröffentlichten die Organisatoren:Alle Projektmaterialien, einschließlich Webinar-Aufzeichnungen und Veröffentlichungen, sind auf der Website des Projekts verfügbar. 
Die Initiative hat auch dazu beigetragen, breitere Diskussionen darüber anzuregen, ob bestimmte Elemente der mitteleuropäischen Zusammenarbeit schließlich auf den Südkaukasus übertragen werden könnten — nicht als Kopie des Visegrad-Modells, sondern als Quelle praktischer Erfahrungen. 
Das Gesamtfazit des Projekts mag einfach sein, aber bedeutend: Selbst in politisch gespaltenen Umgebungen kann die Zusammenarbeit überleben — wenn Gesellschaften weiterhin in praktische Verbindungen, berufliche Netzwerke und gemeinsame Interessen investieren.
Wir möchten allen Experten, Partnern und Teilnehmern danken, die zum Projekt beigetragen und diesen internationalen Dialog ermöglicht haben.