Sich vom absoluten Tiefpunkt abstoßen
Kapitál
Die Tanzgruppe Tanečno prägt seit mehreren Saisons maßgeblich die Charakteristik der Szene des slowakischen zeitgenössischen Tanzes. In diesem Kontext kamen ihre Mitglieder mit Energie und dem Wunsch nach Vielseitigkeit ihrer Aktivitäten – von der Erstellung eigener Werke, über Workshops, bis hin zur Organisation des Sommerfestivals in Námestovo mit demselben Namen, das sich allmählich zu einem der erwarteten Ereignisse der Sommerfestival-Saison entwickelt hat. Im Juni präsentierten sie sich im Divadlo Aréna mit ihrer neuesten Premiere V.
Die Tanzgruppe Tanečno prägt seit mehreren Saisons maßgeblich die Charakteristik der zeitgenössischen slowakischen Tanzszene. In diesem Kontext kamen ihre Mitglieder mit Energie und dem Wunsch nach Komplexität ihrer Aktivitäten – von der Erstellung eigener Werke, über Workshops bis hin zur Organisation des Sommerfestivals in Námestovo mit demselben Namen, das sich allmählich zu einem der erwarteten Ereignisse der Sommerfestivalsaison entwickelte. Im Juni präsentierten sie ihre neueste Premiere im Divadlo Aréna V.
Eines der Tendenzen, die in schwierigen Zeiten die Perspektive des zeitgenössischen Tanzes etwas positiver verändern, ist die Entstehung der Reihe Tanz in der Arena, einer neuen dramaturgischen Linie des Divadlo Aréna in Bratislava, die Raum für die Präsentation zeitgenössischer Tanzwerke bietet. Die Premiere der Performance V war eine weitere Veranstaltung im Rahmen dieser aufkommenden Linie unter der Leitung des Choreografen Andrej Petrovič als Dramaturg und zugleich als Höhepunkt der Bratislavaer Ausgabe des Festivals Tanečno, das erstmals auch in der Hauptstadt stattfand.
Der Titel des Werks V kann mehrere Konnotationen in sich tragen, von einem Zeichen der Freiheit bis hin zur Anspielung auf die Anzahl der Soli, aus denen die Performance besteht. Es handelt sich um fünf Soli, die sich durch unterschiedliche Bewegungs- und Ausdrucksweisen der Performerinnen und Performer auszeichnen, in denen die Fünf ihre oft komplexe Ausgangssituation in einen neuen Zustand transformieren.

Andrej Štepita als Solotänzer beeindruckte bereits in der internationalen Gruppe Farma v jaskyni mit der Performance Český hrdina, in der er gleich zu Beginn mit Energie und Präzision die Bühne mit einer Stange eröffnete. Ebenso ist es in seinem Solo im Rahmen von V. Er nutzt darin explosive, energische Elemente mit physischem Ausdruck. Er arbeitet dynamisch mit seinem Körper und seinen Möglichkeiten, um die Energie wieder zu dämpfen, als bewusste Unterdrückung von Emotionen, die sich nicht zügeln lassen. Am Ende geht er allmählich zum Mikrofon über, das er auf die Zuschauer richtet. Darin lässt sich auch die Notwendigkeit erkennen, nicht nur zu sprechen, sondern laut zu sprechen.

V reintepretácii, ktorá je čisto divadelná, presnejšie operná, rozvíja Miriam Budzáková svoj výstup vo forme skeču. Niekoľko minút sa snaží dostať zo zovretia lana uviaznutého vo dverách, aby mohla vystúpiť na javisko, kde znie operná ária. Do pohybu vkladá typické prvky filmovej grotesky, ako je mimika, gradácia akcie či vtipná pointa.
Slovo má dôležitú funkciu v solo Matúša Szegha, ktorý na príklade svadby komentuje svoj vzťah k sebe. Spojenectvo alebo partnerstvo nie s ďalším človekom, ale so sebou samým považuje za rovnako dôležité ako vzťah k druhým. Využíva pri tom fúziu súčasného a klasického tanca, ktorú gestom, často komickým alebo ironickým, dokázal priviesť k nadhľadu a humoru.

Silvia Buranovská ließ sich von einem schmerzhaften Familienverlust inspirieren und konfrontiert ihren emotionalen inneren Zustand mit dem äußeren Eindruck. Bewegungs- und sprachlich denkt sie darüber nach, wie man nicht nur formal in das Zentrum der Trauer gelangen, sondern sie auch erleben und verarbeiten kann. In früheren Werken zeigte sie, dass sie ein Gespür für (Selbst-)Ironie hat, und hier konnte sie dies auch in eine schmerzhafte Thematik einrahmen, die sie zutiefst berührt.

Hana Gallová versucht, sich aus einem an Seil gebundenen Zustand zu befreien. Gerade dieser Versuch, so erschöpfend er auch sein mag und auf vollständige Befreiung zielt, führt paradoxerweise nicht zu innerer Erleichterung, sondern eher zu Krämpfen. Ihre Körpersprache basiert auf der Herausforderung an sich selbst, die sie dann mit bewegungs- oder akrobatischen Mitteln eliminieren und in eine andere Energieform umwandeln kann.

Das Tanzkollektiv Tanečno hat im slowakischen Kontext bedeutenden Erfolg erzielt, indem es die Auszeichnung Dosky für eine außergewöhnliche Leistung im Bereich des Tanztheaters im Jahr 2023 erhielt. Es war das erste unabhängige Tanzensemble, das dies schaffte. In den Werken, in denen sie gemeinsam tanzen, spürt man ihre Unterschiede in Bewegungsnuancen und Reaktionen. In den genannten Soli kann man ihre Bewegungssprache umfassender erkennen, aber nicht so detailliert, wie es die Performances erfordern würden. Die Performerinnen und Performer lassen ihre Körper sprechen. In ihren Mikrowelten sind sie allein, aber eine so durchdachte Verbindung wie in den Ensemblewerken ist nicht zu spüren. Es würde wahrscheinlich eine entschiedenere Regie- oder Dramaturgieeingriff erfordern. In den Soli ist eher eine enzyklopädische Strenge zu spüren, der Versuch, ein zwar interessantes, aber in vielerlei Hinsicht komplexes Thema auf einige Momente zu reduzieren, wobei der Raum für die Entwicklung choreografischer Werke zu noch präziseren und tieferen Punkten, wie wir es aus ihren früheren Arbeiten kennen, noch vorhanden war.
Kolektív Tanečno: V. Geschrieben nach der Premiere im Divadlo Aréna am 14. Juni 2026.

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