Der Küchenschwamm verliert Mikroplast – aber Sie können das Umweltproblem selbst verringern
Økologisk NuDer Schwamm, der wahrscheinlich neben Ihrer Küchenspüle liegt, wird bei jedem Gebrauch abgenutzt, und dieser Verschleiß verschwindet nicht einfach in der Luft. Wenn der Schwamm aus Kunststoffmaterialien besteht – wie die meisten Scheuerschwämme – gibt er Mikroplast ab, das in den Abfluss gelangt und später in die Umwelt und auf landwirtschaftliche Flächen. Wie viel Mikroplast tatsächlich abgetragen wird, haben Forscher jetzt gemessen, indem sie drei Arten von Schwämmen testeten: zwei gewöhnliche, die jeweils aus 42 % bzw. 59 % Kunststoff bestanden, und einen, der als biologisch zertifiziert beworben wird und nur 16 % Kunststoff enthielt. Es sei darauf hingewiesen, dass der als biologisch beworbene Schwamm nicht mit Lebensmitteln verwechselt werden darf, die ebenfalls biologisch zertifiziert sind. Der größte Verursacher im Studium war ein gewöhnlicher gelber Schwamm mit blauer Oberfläche und einer schwarzen Scheuerseite aus einem europäischen Supermarkt: Er gab jährlich etwa 4,2 g Mikroplastik pro Person ab. Der zweite gängige Schwamm aus dem nordamerikanischen Markt gab etwa 1,2 g pro Jahr ab, während der als biologisch beworbene Schwamm nur 0,7 g abgab – also etwa sechsmal weniger als der europäische Standard. Die Unterschiede zwischen den Haushalten sind jedoch groß – bei manchen wurde deutlich mehr, bei anderen weniger abgegeben. Der Unterschied liegt nicht darin, dass der biologische Schwamm weniger abnutzt, sondern darin, wie viel Material tatsächlich aus Kunststoff besteht. PET baut sich langsamer ab Der Kunststoffgehalt im biologischen Schwamm erzählt jedoch zwei Geschichten. Einerseits stammt er aus recyceltem PET, was bedeutet, dass kein neues Plastik für die Herstellung produziert werden muss. Andererseits baut sich PET in der Natur langsamer ab als einige andere Kunststoffe, die unter anderem im konventionellen europäischen Schwamm vorkommen. Die Forscher ergänzten die Untersuchung durch Lebenszyklusanalysen der Schwämme vom Rohstoff bis zum Abfall und berechneten die Gesamtschädigung für die Ökosysteme pro 100 Stunden Geschirrspülen. Hier lag der biologische Schwamm am niedrigsten. Die Forscher betonen jedoch, dass es nicht darum ging, die Schwämme miteinander zu vergleichen, sondern herauszufinden, an welcher Stelle im Lebenszyklus die Belastung entsteht. Die Zahl für den nordamerikanischen Schwamm sollte mit besonderer Vorsicht interpretiert werden: Es fehlten Daten zu Wasserversorgung und Abfallmanagement in den USA, weshalb sie auf generische globale Zahlen zurückgreifen mussten, die unter anderem eine offene Verbrennung von Abfällen voraussetzen – was die Forscher selbst darauf hinweisen, nicht auf die amerikanischen Verhältnisse zuzutreffen. Wasserverbrauch hinterlässt den größten Abdruck Laut den Forschern ist Mikroplastik beim Händewaschen nicht das Hauptproblem. Ihre Lebenszyklusanalyse zeigte, dass zwischen 85,7 % und 96,8 % der Schädigung der Ökosysteme durch den Wasserverbrauch beim Abwasch entstehen. Die eigentliche Kunststofffreisetzung durch die Nutzung des Schwamms macht weniger als 0,01 % aus. „Der Wasserverbrauch übertrifft alle anderen Einflüsse“, schreiben die Forscher in der Studie. Dies liegt sowohl an der Produktion von Trinkwasser als auch an der Reinigung des Abwassers danach, die Energie verbraucht und Metalle ins Grundwasser abgibt. Die Forscher schätzen, dass Küchenschwämme eine kleine bis mittlere Quelle für Mikroplastik im Haushalt sind. Ein Schneidebrett aus Kunststoff gibt im Vergleich dazu 7,4 bis 50,7 Gramm pro Jahr ab, und eine deutsche Studie schätzt, dass jeder Deutsche insgesamt für etwa vier Kilogramm Mikroplastik pro Jahr verantwortlich ist, aus 51 verschiedenen Quellen, darunter Autoreifen, Kunstrasen, Abfallmanagement und synthetische Textilfasern. Endet auf landwirtschaftlichen Flächen Obwohl die Zahlen in Gramm oder wenigen Kilo pro Person angegeben werden, ergibt sich eine andere Größenordnung, wenn man alles zusammenrechnet. Wenn jeder deutsche Haushalt den konventionellen europäischen Schwamm verwenden würde, würde das allein etwa 355 Tonnen Mikroplastik pro Jahr bedeuten. Kläranlagen fangen etwa 90 % des Mikroplastiks auf, doch es verschwindet nicht – es landet im Klärschlamm, von dem 14 % auf landwirtschaftliche Flächen als Dünger verteilt werden. Im deutschen Beispiel entspricht das knapp 45 Tonnen Mikroplastik pro Jahr auf den Feldern. Die Studie befasst sich nicht mit der Frage, ob Mikroplastik die Gesundheit schädigt, und diese Frage ist noch offen. Partikel wurden im Blut, in der Plazenta und in der Muttermilch nachgewiesen, doch die Forschung kann noch nicht mit Sicherheit sagen, ob sie krank machen, und die EU-Agentur für Lebensmittelsicherheit EFSA wartet mit ihrer Bewertung bis 2027. Für den Boden ist das Bild klarer: Ein 25-jähriges Feldversuch hat gezeigt, dass Mikroplastik aus Klärschlamm mindestens 22 Jahre im Boden verbleibt. Die neue Studie wurde im Fachjournal „Environmental Advances“ veröffentlicht.
Der Schwamm, der wahrscheinlich bei deiner Küchenspüle liegt, wird bei jedem Gebrauch abgenutzt, und die Abnutzung verschwindet nicht in der blauen Luft. Wenn der Schwamm aus Kunststoffmaterialien besteht – wie die meisten Scheuerschwämme – gibt er Mikroplastik ab, das in den Abfluss und später in die Umwelt sowie auf landwirtschaftliche Flächen gelangt.
Wie viel Mikroplastik tatsächlich abgenutzt wird, haben Forscher jetzt gemessen, indem sie drei Arten von Schwämmen testeten: zwei gewöhnliche, die jeweils aus 42 bzw. 59 Prozent Kunststoff bestanden, und einen, der als biologisch zertifiziert wird und nur 16 Prozent Kunststoff enthielt. Es sei darauf hingewiesen, dass der als biologisch zertifizierte Schwamm nicht mit Lebensmitteln verwechselt werden darf, die ebenfalls biologisch zertifiziert sind.
Der größte Verursacher im Studium war ein gewöhnlicher gelber Schwamm mit blauer Oberfläche und einer schwarzen Scheuerlage aus einem europäischen Supermarkt: Er gab, was 4,2 g Mikroplastik pro Jahr und Person entspricht, ab.
Der zweite gängige Schwamm aus dem nordamerikanischen Markt gab etwa 1,2 g pro Jahr ab, während der als biologisch zertifizierte Schwamm 0,7 Gramm abgab — also etwa sechsmal weniger als der gewöhnliche europäische. Die Unterschiede zwischen den Haushalten sind jedoch groß — bei manchen wurde deutlich mehr, bei anderen weniger abgegeben.
Der Unterschied liegt nicht darin, dass der biologische Schwamm weniger abnutzt, sondern darin, wie viel Material aus Kunststoff besteht.
PET baut sich langsamer ab
Der Kunststoffgehalt im biologischen Schwamm erzählt jedoch zwei Geschichten. Einerseits stammt er aus recyceltem PET, was bedeutet, dass kein neues Plastik für die Herstellung des Schwamms produziert werden muss.
Andererseits baut sich PET in der Natur langsamer ab als einige andere Kunststoffarten, die u.a. im konventionellen europäischen Schwamm vorkommen.
Die Forscher ergänzten die Untersuchung durch Lebenszyklusanalysen der Schwämme vom Rohstoff bis zum Abfall und berechneten ihre Gesamtschädigung für die Ökosysteme pro 100 Stunden Geschirrspülen. Hier lag der biologische Schwamm am niedrigsten. Die Forscher betonen jedoch, dass es nicht darum ging, die Schwämme miteinander zu vergleichen, sondern herauszufinden, an welcher Stelle im Lebenszyklus die Belastung entsteht.
Die Zahl für den nordamerikanischen Schwamm sollte mit besonderer Vorsicht interpretiert werden: Es fehlten Daten zu Wasserversorgung und Abfallmanagement in den USA, und man musste auf generische globale Zahlen zurückgreifen, die unter anderem die offene Verbrennung von Abfällen voraussetzen — was die Forscher selbst als nicht passend für die amerikanischen Verhältnisse anmerken.
Wasserverbrauch hinterlässt den größten Abdruck
Laut den Forschern ist Mikroplastik beim manuellen Abwaschen nicht das Hauptproblem.
Ihre Lebenszyklus-Analyse zeigte nämlich, dass zwischen 85,7 und 96,8 Prozent des Schadens für die Ökosysteme durch den Wasserverbrauch beim Abwasch entstehen. Die eigentliche Kunststoffabgabe durch die Nutzung des Schwamms macht weniger als 0,01 Prozent aus.
"Der Wasserverbrauch übertrifft alle anderen Einflüsse," schreiben die Forscher in der Studie.
Dies liegt sowohl an der Produktion von Trinkwasser als auch an der Reinigung des Abwassers danach, die Energie verbraucht und Metalle ins Grundwasser abgibt.
Die Forscher schätzen, dass Küchenschwämme eine kleine bis mittelgroße Quelle für Mikroplastik im Haushalt sind. Ein Kunststoff-Schneidebrett gibt im Vergleich dazu 7,4–50,7 Gramm pro Jahr ab, und eine deutsche Studie schätzt, dass jeder Deutsche insgesamt für etwa vier Kilogramm Mikroplastik pro Jahr verantwortlich ist, aus 51 verschiedenen Quellen, darunter Autoreifen, Kunstrasen, Abfallmanagement und synthetische Textilfasern.
Endet auf landwirtschaftlichen Flächen
Obwohl die Zahlen in Gramm oder wenigen Kilo pro Person angegeben werden, ergibt sich eine andere Größenordnung, wenn man alles zusammenrechnet. Wenn jeder deutsche Haushalt den konventionellen europäischen Schwamm verwenden würde, würde das allein etwa 355 Tonnen Mikroplastik pro Jahr verursachen.
Reinigungsanlagen fangen etwa 90 Prozent des Mikroplastiks auf, aber es verschwindet nicht — es landet im Klärschlamm, von dem 14 Prozent auf landwirtschaftliche Flächen als Dünger verteilt werden. Im deutschen Rechenbeispiel ergibt das knapp 45 Tonnen Mikroplastik auf den Feldern pro Jahr.
Die Studie befasst sich nicht mit der Frage, ob Mikroplastik die Gesundheit schädigt, und diese Frage ist noch offen. Partikel wurden im Blut, in der Plazenta und in der Muttermilch nachgewiesen, aber die Forschung kann noch nicht mit Sicherheit sagen, ob sie uns krank machen, und die EU-Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA wartet mit ihrer Bewertung bis 2027. Für den Boden ist das Bild klarer: Ein 25-jähriges Feldversuch hat gezeigt, dass Mikroplastik aus Klärschlamm mindestens 22 Jahre im Boden verbleibt.
Die neue Studie wurde im Fachjournal Environmental Advances veröffentlicht.