Weidel & Wagenknecht lügen: Dieser Junge griff die ukrainischen Soldaten an, nicht umgekehrt

Volksverpetzer
Weidel & Wagenknecht lügen: Dieser Junge griff die ukrainischen Soldaten an, nicht umgekehrt

Ein weinendes Kind, ein angeblicher Folterkeller und schwere Vorwürfe gegen die Ukraine: Was geschah bei dem Angriff auf ein Haus der Nationalgarde wirklich? Die Rekonstruktion zeigt, wie ein reales Problem durch Gerüchte und irreführende politische Deutungen zum Propagandanarrativ wurde.

Ein Mob griff ein Haus der ukrainischen Nationalgarde an. Dieser 14-Jährige war darunter und warf Steine auf sie. Als er von einem Zaun fällt, versorgen ihn die ukrainischen Soldaten sogar. Die Pro-Kreml-Lügnerinnen Weidel und Wagenknecht machen aus dem Jungen aber ein angebliches Opfer eines „Folterkellers“ Selenskyjs und ein „Opfer“ der ukrainischen Armee. Dahinter steckt wohl mal wieder eine pro-russische Inszenierung. Für so naiv halten sie dich! Wir rekonstruieren, was wirklich vorgefallen ist und wie dreist die beiden Kreml-Lautsprecher wieder die Fakten verdrehen, um die Opfer des russischen Angriffskriegs zum Täter zu machen, damit Deutschland seine Hilfe einstellt – wohl, damit Kriegsverbrecher Putin den Krieg gewinnt.

Was ist wirklich passiert?

Die Fakten: Am 2. November haben in Petropawliwska Borschtschahiwka bei Kiew durch Fake News aufgehetzte Menschen ein Haus der ukrainischen Nationalgarde angegriffen, in welchem unter anderem vier zurückgeholte Deserteure untergebracht waren. Soldaten wurden verletzt, vier Polizeiwagen und ein Bus beschädigt. Der 14-Jährige, dessen Foto danach um die Welt ging, war Teil der Menge: Auf Videos zu sehen, wie er Steine auf das Gebäude wirft, auf den Zaun klettert und in den Hof stürzt, wo ukrainische Soldaten ihn versorgen. Ausgelöst hatte den Angriff übrigens eine Frau, die sich als Notärztin ausgab, aber laut Recherchen eine Schönheitsklinik betreibt und deren „Rettungsdienst“ seit 2023 nicht mehr existiert. Die Polizei hatte ihre Behauptungen noch am selben Tag dementiert, der ukrainische Geheimdienst SBU hat sie und zwei mutmaßliche Mitorganisatoren festgenommen. Belege für etwaige Misshandlungen der Deserteure gibt es bislang nicht, außer prorussischen Vorwürfen, die aber ja bekannt für skrupelloses Lügen sind.

Der Fake: Einen Tag später teilten die bekannten pro-russischen Lügen-Verbreiterinnen, AfD-Chefin und Rechtsextremistin Alice Weidel und BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht, einen Post des pro-russischen Propagandisten Glenn Diesen, der massiv lügt und Täter und Opfer vertauscht: Der steinewerfende Junge wird darin zu einem angeblichen Opfer der ukrainischen Nationalgarde, das angegriffene Haus zu einer „Folterkammer“ Selenskyjs, der Mob zu einem Volksaufstand gegen die NATO. Weidel forderte, die Bundesregierung solle das beim Selenskyj-Besuch in Berlin „thematisieren“. Wagenknecht fragte: „Sieht so die Verteidigung 'unserer Werte' aus?“ Nein, nur eure systematische Verbreitung von Kreml-Lügen.

Ein echtes Problem (die umstrittene Mobilisierungspraxis in der Ukraine, dazu kommen wir später noch) wird mit einem aus dem Kontext gerissenen Bild und erfundenen Details zu einem Beweis gegen das ganze Land aufgeblasen. Innerhalb eines Tages wanderte das Narrativ von anonymen Telegram-Kanälen über die russische Staatsagentur TASS bis in die Timelines der beiden bekanntesten Kreml-Versteherinnen des Bundestags. So dreist werdet ihr belogen, um euch zu manipulieren.

Vor dem Haus bei Kiew ging ein Mob auf Soldaten los

Beginnen wir mit dem, was sich mit Videos, Polizeiprotokollen und Journalisten vor Ort belegen lässt. Petropawliwska Borschtschahiwka ist ein Vorort westlich von Kiew. In einem gemieteten Privathaus dort brachte eine Einheit der Nationalgarde Soldaten unter: frisch Mobilisierte, die auf ihre Weiterleitung in Ausbildungszentren warteten, sowie vier Männer, die unerlaubt ihre Truppe verlassen hatten und zurückgeholt worden waren. Das hat das Korps noch am Abend des 2. November selbst mitgeteilt. Nationalgarde-Kommandeur Oleksandr Piwnenko sprach laut t-online von rund 20 Soldaten im Haus.

Am Mittag des 2. November verbreiteten Telegram-Kanäle und TikTok-Streams die Behauptung, in dem Keller würden rund 40 Menschen festgehalten und gefoltert, einer sei bereits tot. Die Polizei der Region Kiew rückte aus, weil eine Frau, die sich als Sanitäterin eines privaten Rettungsdienstes ausgab, meldete, man verwehre ihr den Zugang zu einem Patienten.

Mob wird durch unbestätigte Gerüchte aufgehetzt

Das hielt die Menge nicht auf. Nach Zählung des Kyiv-Independent-Reporters Francis Farrell, der vor Ort war, stand eine Menschenmenge vor dem Haus, überwiegend junge Männer, dazu Frauen und Jugendliche. Sie warfen Steine und andere Dinge. Als die Soldaten aus dem Haus in einen Bus gesetzt wurden, versuchte die Menge, diesen zu attackieren.

Am späten Abend erschien der Leiter des Präsidialamts, Kyrylo Budanow, persönlich vor Ort. Er nahm mehr als zehn Leute aus der Menge mit ins Haus, darunter die angebliche Sanitäterin und die Streamer, die sie unterstützten. Gefunden wurde: kein Toter, kein Folterkeller, kein 14-jähriger Gefangener. Vier Soldaten, die ärztliche Versorgung wünschten, wurden in ein Krankenhaus der Nationalgarde gebracht.

Ob diese vier Männer in dem Haus misshandelt wurden, wird ermittelt. Das staatliche Ermittlungsbüro DBR hat Ermittlungen eröffnet. Die Militärombudsfrau Olha Reschetylowa prüft, ob Rechte der Mobilisierten verletzt wurden. Das Innenministerium bestreitet Folter. Belege dafür gibt es laut Tagesspiegel bislang nicht. Ein Video eines Mannes mit Bluterguss, das die Frau der Polizei zeigte, ist unbestätigt. Sollten Ermittler Misshandlungen feststellen, gehört das aufgeklärt und bestraft, und wir werden das hier nachtragen. Aber die Kreml-Lüge ist extrem weit davon entfernt.

Der Junge auf dem Foto warf selbst Steine und stürzte vom Zaun

Jetzt zu dem Bild, das Weidel und Wagenknecht verbreitet haben. Der 14-Jährige, der dort zu sehen ist, ging nach Angaben des ukrainischen "Child Services Department" nach der Schule zu der Menschenansammlung. Francis Farrell vom Kyiv Independent hat selbst gefilmt, wie ihm Leute aus der Menge Ziegelsteine reichen und er sie über den Zaun wirft. Schließlich kletterte er auf die Mauer, verlor das Gleichgewicht, als die Menge am Zaun rüttelte, und fiel in den Hof. Ein weiteres Video zeigt ihn, wie er über die Mauer auf das Gelände steigt. An der grünen Hose und den Sneakern ist der Junge in allen Aufnahmen derselbe.

Die Nationalgardisten holten ihn ins Haus, versorgten ihn und schirmten ihn vor den Steinen seiner eigenen Mitstreiter ab, so die Darstellung von Polizei und Nationalgarde. Budanow sprach mit ihm, rief seine Schwester an und sorgte dafür, dass ein Erwachsener ihn abholt. Auf die Frage, wie er ins Haus gekommen sei, antwortete der Junge laut Ukranews, er sei „mit ein paar Freunden gekommen“. Genau in diesem Moment, eingewickelt in eine Decke, verstört, mit Tränen in den Augen, entstand das Foto, das wenige Stunden später in der Kreml-Lüge als „jüngstes Folteropfer“ um die Welt ging.

Was genau vorgefallen ist, wissen wir natürlich nicht endgültig. Was aber selbst bei der schlimmsten Lesart seiner eigenen Version nicht stimmt: dass er ein Folter-Gefangener war, dass er „gefunden“ wurde, dass er zu den „40 Zwangsmobilisierten“ gehörte. Er war ein 14-Jähriger, der in einen Krawall geraten ist, den Erwachsene mit einem Fake angezettelt hatten. Dass Kinder in eine solche Gemengelage geraten, ist das eigentlich Verstörende an dem Bild. Aber Weidel und Wagenknecht instrumentalisieren ihn für ihre perfide politische Agenda.

Weidel und Wagenknecht machen aus dem Angreifer das Opfer und teilen dafür einen RT-Kommentator

Und jetzt zu dem, was aus dieser Nacht in Deutschland gemacht wurde. Der Post, den beide Politikerinnen teilten, stammt von Glenn Diesen. Diesen ist Professor in Norwegen, tritt laut Tagesspiegel regelmäßig als Kommentator beim russischen Staatssender RT auf und verbreitet die Lüge, der Westen habe Russlands Angriff provoziert. Ah, das arme Russland, es wurde gezwungen, einen illegalen Angriffskrieg zu starten und Kriegsverbrechen zu begehen! Sein Text ist dementsprechend auch voller Lügen: keine Folterkammer, keine 40 Gefangenen, kein 14-jähriges Opfer, und die „Riots“ richteten sich gegen Soldaten, die Mobilisierte verwalten, nicht gegen die NATO.

Screenshot x.com/Alice_Weidel

Alice Weidel verbreitete bereitwillig mal wieder eine Lüge und schrieb dazu am 3. November: „Ich erwarte von der Bundesregierung, dass dies heute in Berlin zum Selensky-Besuch thematisiert wird.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte die ukrainische Polizei die Geschichte von Toten und Geiseln bereits seit vielen Stunden dementiert, Journalisten vor Ort hatten die Videos des steinewerfenden Jungen veröffentlicht. Es hätte eine einzige Suche gebraucht. Weidel war ihr egal. Er steht noch immer. Keine Korrektur, kein Nachtrag, nichts. Weidel ist auch eine Rechtsextremistin, die ihre Karriere mit Lügen und systematischer Täuschung der Bevölkerung aufgebaut hat.

Screenshot x.com/SWagenknecht

Die ebenfalls für das Verbreiten von Pro-Kreml-Lügen bekannte Sahra Wagenknecht legte am selben Tag nach: „Sieht so die Verteidigung 'unserer Werte' aus?“ Die Bundesregierung trage mit ihren Waffenlieferungen Mitverantwortung. Einen Tag später folgte ein „Nachtrag“: Inzwischen sei bekannt, dass der abgebildete Junge „anders als zunächst berichtet wurde im Zuge der Proteste gegen den Rekrutierungsknast verletzt wurde“ und nicht zu den „Zwangsmobilisierten und Deserteuren“ gehörte, „die dort von der rechtsextremen Asow-Einheit festgehalten wurden“.

Pro-Kreml-Lügnerinnen wollen dich gezielt manipulieren

Lass dich nicht täuschen: Sie räumt ein, dass das zentrale Bild falsch ist, und wiederholt im selben Atemzug das gesamte übrige Narrativ: „Rekrutierungsknast“, „Zwangsmobilisierte“, „festgehalten“. Dass der Ursprungspost mit der „Folterkammer“ und den „40 Gefangenen“ komplett erfunden ist, steht da nicht. Dass die Geschichte mutmaßlich inszeniert war, steht da nicht. Der Ursprungspost mit dem Fake-Bild wurde nicht gelöscht, er hängt weiter in 161.000 Timelines, der Nachtrag hat laut Screenshot nicht einmal 24.000 Aufrufe. Das ist keine Korrektur. Das ist ein Feigenblatt, mit dem man sich später herausreden kann („Ich habe doch korrigiert!“), während der Fake weiterverbreitet wird. Wer ernsthaft korrigieren will, löscht den falschen Post oder stellt die Richtigstellung mindestens so prominent dar wie den Fehler. Beides ist nicht passiert.

Dass ausgerechnet diese beiden diese Kreml-Lüge skrupellos verbreiten, ist kein Zufall und keine Premiere. Rechtsextremistin Weidel macht die Ukraine ebenfalls für den russischen Angriff verantwortlich, leugnete bei Maischberger, dass Putin ein Diktator sei, und säte Zweifel an den Massengräbern von Isjum. Wir haben das hier zusammengetragen. Das russische Innenministerium spielte ihre Bundestagsrede laut t-online Polizisten als Schulungsmaterial vor.

https://volksverpetzer.de/aktuelles/alice-weidel-extrem/

Wagenknecht hat vier Tage vor dem Überfall erklärt, Putin werde nicht angreifen, sie relativierte bei "Hart aber fair" russische Kriegsverbrechen, ihre „Friedensdemo“ wurde vom russischen Staatsfernsehen gefeiert, und wir haben schon 2022 belegt, wie sie Lügen und Verschwörungsmythen im Sinne Putins verbreitet. Wenn so jemand einen Post des RT-Stammgastes Diesen teilt, ist das kein Ausrutscher. Es ist Routine.

https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/wagenknecht-fuer-putin-sieg/

Sie geben der Ukraine die Schuld für die Rekrutierungen. Wer ist denn verantwortlich dafür, dass die Ukraine Soldaten rekrutieren muss, um sich vor Putins Soldaten zu wehren? Nicht die Bundesregierung, die der Ukraine Waffen liefert. Sondern Putin, der sie auf die Ukraine feuert. Das ist perfide Täter-Opfer-Umkehr.

Die Fake-„Notärztin“, die hinter dem Mob steckte

Woher kam der Fake überhaupt? Die ArmyInform, die Agentur des ukrainischen Verteidigungsministeriums (also eine Partei in dieser Sache, entsprechend mit Vorsicht zu lesen), hat die Entstehung nachgezeichnet: Der früheste gefundene Beitrag um 11:34 Uhr auf Threads sprach von vier verprügelten Männern in einem Haus. Sechzehn Minuten später waren es 40 Menschen im Keller.

Das Gesicht der Geschichte war Walentyna Moloda, die vor laufenden Handykameras neben einem Fahrzeug mit Rettungsdienst-Logo kniete, von Wirbelbrüchen und Sterbenden im Keller sprach und die Polizei anflehte, sie zu den Verletzten zu lassen. Nur: Moloda ist laut Recherchen der ukrainischen Investigativplattform Slidstwo.Info, die Kyiv Independent aufgreift, Betreiberin einer Schönheitsklinik. Die Firma „Med-Prestige“, deren Logo auf dem Wagen klebte, hat nach Angaben ihres früheren Inhabers 2023 den Betrieb eingestellt, die Fahrzeuge wurden verkauft. Der „Krankenwagen“ war ein Requisit.

Gezielt aufgehetzte Menge?

Am 3. November wurde Moloda festgenommen, am Tag darauf ordnete ein Kiewer Gericht Untersuchungshaft an. Der Geheimdienst SBU teilte am 4. November mit, drei mutmaßliche Organisatoren festgenommen zu haben. Nach Darstellung der Ermittler hatte eine Frau am 30. Oktober Moloda und einen Mann engagiert, um einen bestimmten Nationalgardisten unter dem Vorwand einer medizinischen Notlage aus dem Haus zu holen. Vor Ort habe Moloda dann manipulative Behauptungen in sozialen Netzwerken gestreut, um die Menge aufzuhetzen. Auf ihrem Handy fanden die Ermittler laut SBU Chats, in denen Szenarien für Aktionen gegen Soldaten besprochen wurden.

Fairerweise: Das sind Vorwürfe der Ermittlungsbehörden, kein Urteil. Und der Kyiv Independent schreibt ausdrücklich, dass es bis zum 3. November keine verifizierten Informationen darüber gab, ob und wie Moskau die Sache gesteuert hat. Sicher ist aber: Vor Ort stand neben Moloda die Bloggerin Olha S., die laut Radio Swoboda seit Jahren pro-russische Narrative über die „Schuld der Ukraine am Krieg“ verbreitet und gegen die der SBU ermittelt.

Sie durfte mit ins Haus und sagte danach selbst in einem Video, sie habe keine Anzeichen von Gewalt gesehen. Das hat die Story nicht gebremst. Und Budanow stellte am Morgen danach klar, die Ereignisse seien „inakzeptabel für den Staat“ und untergrüben die Einheit der Ukrainer angesichts der russischen Bedrohung. Man werde Provokationen vorbeugen.

Die Probleme bei der ukrainischen Mobilisierung

Versteh mich nicht falsch: Dass dieses Gerücht innerhalb von Stunden 200 Menschen auf die Straße bringt, hat einen wahren Kern. Die Ukraine führt seit fast fünf Jahren einen Verteidigungskrieg gegen einen übermächtigen Aggressor, Putin. Männer ab 25 können eingezogen werden, und die Praxis der Rekrutierungszentren ist massiv umstritten. Der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez meldete dem Parlament zunehmende Beschwerden über mögliche Rechtsverstöße von Rekrutierungsbeamten.

Er nennt das eine „systemische Krise“. Für das Aufgreifen von Männern auf offener Straße und ihren Abtransport in Kleinbussen hat sich in der Ukraine der Begriff „Busifizierung“ eingebürgert. Die BBC hat darüber berichtet, der Kyiv Independent beschreibt eine Führung, die notwendige Reformen konsequent vermieden habe, und Gewalt gegen Rekrutierungsbeamte nimmt zu. Lubinez selbst sagt laut t-online, Mobilisierung sei notwendig, rechtswidrige Methoden aber nicht: "Wenn Sie glauben, dass sich dadurch die Lage an der Front verbessert, ist das Gegenteil der Fall."

Man kann über Probleme reden, aber die Russen, Weidel und Wagenknecht lügen

Das alles steht in ukrainischen Medien, wird vom ukrainischen Ombudsmann angeprangert und im ukrainischen Parlament debattiert. Es ist keine verschwiegene Wahrheit, die erst der russische Propagandaapparat ans Licht bringen musste. So hat der Kreml vielleicht auch die Menge aufgehetzt: Nimm ein reales Unbehagen und hänge ein erfundenes Horror-Detail daran. Ein gefoltertes Kind. 40 Geiseln im Keller. Die Leute, die am 2. November vor dem Haus standen, glaubten das, weil sie Freunde, Brüder oder Söhne kennen, die rekrutiert wurden. Das Gerücht knüpfte an echte Wut an. Deshalb war es so wirksam. Und deshalb wird in der Ukraine heftig über die Rekrutierungen gestritten.

Nur: Diese Debatte führen Ukrainer, mit ukrainischen Zahlen, über ihr eigenes Land. Wagenknecht und Weidel führen sie nicht. Sie benutzen sie, um hierzulande unseren Support für das Opfer Putins zu schwächen. Indem sie die Probleme mit Lügen instrumentalisieren, die genau dieser Krieg von Putin verursacht hat. Niemand von beiden hat je einen Vorschlag gemacht, wie die Ukraine ihre Verteidigung rechtsstaatlicher organisieren könnte. Ihr Punkt ist ein anderer, und Wagenknecht spricht ihn offen aus: Die Bundesregierung solle keine Waffen mehr liefern. Das Elend der Mobilisierung soll beweisen, dass die Ukraine ihre Unterstützung nicht verdient. Dass die Mobilisierung überhaupt nötig ist, weil Russland das Land seit 2022 überfällt, ist der größte Hohn. Die Mobilisierung kann sofort aufhören, wenn Putin aufhört, zu versuchen, Ukrainer zu töten und das Land zu erobern. Aber Wagenknecht und Weidel möchten, dass Putin diesen Krieg gewinnen kann.

Fazit: Der Junge stürzte beim Steinewerfen vom Zaun, die Inszenierung kam aus dem Kreml-Umfeld, und Weidel und Wagenknecht haben sie verstärkt

Noch einmal die Fakten: In dem Haus in Petropawliwska Borschtschahiwka brachte die Nationalgarde rund 20 Soldaten unter, darunter vier zurückgeholte Deserteure. Es gab keinen Toten, keine 40 Geiseln, keinen gefolterten 14‑Jährigen. Das war widerlegt, bevor Weidel und Wagenknecht ihre Posts absetzten. Der Junge auf dem Foto war Teil der Menge, warf Steine, kletterte auf den Zaun und stürzte. Ob die Soldaten im Haus misshandelt wurden, wird ermittelt. Belege gibt es bisher nicht. Weidel und Wagenknecht haben mal wieder bereitwillig und skrupellos Kreml-Lügen nachgeplappert, die dich manipulieren sollen.

Das Narrativ dahinter ist älter als dieser Junge: Die Ukraine sei ein Regime, das seine eigenen Leute verheizt, also sei jede Hilfe für sie Mittäterschaft. Es ist die Erzählung, mit der Russland seit 2022 die westliche Unterstützung zersetzen will, und sie braucht immer wieder neue Bilder. Dieses Mal war es ein weinendes Kind in einer Decke. Beim nächsten Mal wird es etwas anderes sein. Und die beiden werden wieder vorne mit dabei sein. Glaub ihnen kein Wort.

Teile des Artikels wurden mit maschineller Hilfe erstellt. Wie Volksverpetzer KI verwendet.