Fischereiverband kritisiert den Aufruf eines Biologen, Aal vom Speiseplan zu streichen

Økologisk Nu
Fischereiverband kritisiert den Aufruf eines Biologen, Aal vom Speiseplan zu streichen

Von Thomas Bierberg-Christensen, Sprecher des Kulturerbevereins „Dansk Ålefiskeri“ Liebe Sofie Graarup Jensen, Lassen Sie nun Fakten – und nicht veraltete Daten – darüber entscheiden, was auf den Weihnachtstisch kommt Es ist leicht, sich im Namen der Liebe auf ein emotional aufgeladenes Vorsorgeprinzip zu berufen. Eine sachliche Debatte über den dänischen Aalbestand erfordert jedoch, dass wir uns an tatsächlichen Daten statt an überholten Narrativen orientieren. Die Aufforderung, vollständig auf in Dänemark gefangene Aale zu verzichten, beruht auf einem Missverständnis sowohl des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstands und der Datengrundlage als auch der Wirkung der umfangreichen Bewirtschaftungsmaßnahmen, die in Dänemark und Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten umgesetzt wurden. Es gibt drei fachliche Gründe dafür, dass man heute mit gutem Gewissen in Dänemark gefangene Aale genießen kann: **1. Die Einstufung der IUCN basiert auf veralteten Daten.** Wenn behauptet wird, der Aal sei „vom Aussterben bedroht“ – wohlgemerkt: „nicht ausgerottungsbedroht“ –, wird typischerweise auf die Rote Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) verwiesen. (Anmerkung der Redaktion: „Vom Aussterben bedroht“ ist die höchste Gefährdungskategorie der IUCN vor „in freier Wildbahn ausgestorben“ und wird durch ein extrem hohes Aussterberisiko definiert.) Was viele übersehen: Die Daten, auf die die IUCN diese Bewertung stützt, sind heute 8 bis 9 Jahre alt. Der Bewertungszyklus der IUCN ist langsam, weshalb die Erhebungen die Entwicklung der vergangenen Jahre nicht widerspiegeln. Verbraucherentscheidungen heute auf Grundlage fast zehn Jahre alter Modelle zu treffen, vermittelt ein stark irreführendes Bild der tatsächlichen Situation in den dänischen und europäischen Fließgewässern. **Weitere Maßnahmen** **2. Umfangreiche Maßnahmen und eine positive Bestandsentwicklung.** Seit das EU-Programm zur Wiederauffüllung des Aalbestands 2007 in Kraft getreten ist – ergänzt durch nationale Aktionspläne –, wurde massiv in die Verbesserung der Lebensbedingungen des Aals investiert. Und die Maßnahmen haben Wirkung gezeigt: **Durchgängigkeit:** Hunderte von Hindernissen in Fließgewässern wurden beseitigt, sodass der Aal wieder frei wandern kann. **Besatzmaßnahmen:** Jährlich werden umfangreiche Wiederbesatzmaßnahmen mit Glasaalen in dänischen Seen und Fließgewässern durchgeführt. **Verbesserung der Umweltbedingungen:** Die Wasserqualität in den dänischen Küstengebieten und Binnengewässern hat sich insgesamt deutlich verbessert. **Strenge Regulierung der Fischerei:** Die Berufs- und Freizeitfischerei auf Aal wurde strengen Fangquoten, Schonzeiten und Mindestmaßen unterworfen. Das Ergebnis dieser langfristigen Bemühungen ist eine positive Bestandsentwicklung. Der Aufstieg von Glasaalen und die Dichte von Blankaalen haben an mehreren Überwachungsstationen im Vergleich zu den Tiefstständen der 2000er-Jahre eine Stabilisierung und einen Anstieg gezeigt. **Das Vorsorgeprinzip darf keine Ausrede werden** **3. Nachhaltige dänische Bewirtschaftung und Rückverfolgbarkeit.** Die dänische Aalfischerei gehört zu den am stärksten regulierten der Welt. Die Berufsfischerei ist stark eingeschränkt und unterliegt strenger Kontrolle, während die Entnahme von Aalen durch Freizeitfischer in Binnengewässern stark reguliert oder zu bestimmten Zeiten vollständig verboten ist. Wer in Dänemark gefangene Aale von zugelassenen Berufsfischern kauft, unterstützt eine kontrollierte und nachhaltige Nutzung einer Ressource, bei der laufend weitaus mehr Aale wieder ausgesetzt als dem Bestand entnommen werden. Die Schlussfolgerung muss daher lauten, dass ein unklar definiertes Vorsorgeprinzip keine Entschuldigung dafür sein darf, die tatsächlichen fachlichen Erfolge zu ignorieren, die durch die Bewirtschaftung in den vergangenen 15 bis 20 Jahren erzielt wurden. Wenn wir die positive Entwicklung und die fachlich fundierten Maßnahmen dadurch untergraben, dass wir das Produkt schlicht verbieten, beseitigen wir zugleich den Anreiz, die lokale Bewirtschaftung, die Gewässerpflege und das kulturelle Erbe rund um die dänische Aalfischerei aufrechtzuerhalten. Sie können den in Dänemark gefangenen Aal daher auf der Weihnachtsfeier ruhig und mit gutem fachlichen Gewissen genießen. Guten Appetit.

Von Thomas Bierberg-Christensen, Sprecher des Vereins für Kulturerbe 'Dänischer Aalfang'

Liebe Sofie Graarup Jensen.

Lassen wir nun Fakten – und nicht veraltete Daten – darüber entscheiden, was auf den Weihnachtstisch kommt 

Es ist leicht, sich im Namen der Liebe auf ein emotionales Vorsorgeprinzip zu berufen, aber eine sachliche Debatte über den dänischen Aalbestand erfordert, dass wir uns auf tatsächliche Daten statt auf veraltete Narrative beziehen.

Zu einem vollständigen Verzicht auf in Dänemark gefangene Aale aufzurufen, beruht auf einem Missverständnis sowohl des aktuellen fachlichen Status, der Datengrundlage als auch der Wirkung der umfangreichen Bewirtschaftungsmaßnahmen, die in Dänemark und Europa in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchgeführt wurden.

Es gibt drei fachliche Gründe dafür, dass man heute mit gutem Gewissen in Dänemark gefangene Aale genießen kann:

1. Die Kategorisierung der IUCN basiert auf veralteten Daten.

Wenn behauptet wird, dass der Aal 'vom Aussterben bedroht' ist, wohlgemerkt: 'nicht ausgerottet', wird typischerweise auf die Rote Liste der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) verwiesen. (Anmerkung der Redaktion: 'Vom Aussterben bedroht' ist die höchste Gefährdungskategorie der IUCN vor 'in der Natur ausgestorben' und wird durch ein extrem hohes Aussterberisiko definiert.)

Was viele übersehen, ist, dass die Daten, die der Bewertung der IUCN zugrunde liegen, heute 8–9 Jahre alt sind.

Der Zyklus der IUCN für Neubewertungen ist langsam, und die Erhebungen spiegeln daher nicht die Entwicklung der vergangenen Jahre wider. Konsumentscheidungen heute anhand von kaum zehn Jahre alten Modellen zu treffen, vermittelt ein stark irreführendes Bild der tatsächlichen Situation in den dänischen und europäischen Fließgewässern.

Weitere Maßnahmen

2. Umfangreiche Maßnahmen und eine positive Bestandssituation.

Seit der 2007 in Kraft getretenen EU-Wiederaufbauplanung für den Aalbestand (und den anschließenden nationalen Aktionsplänen) wurde massiv in die Verbesserung der Bedingungen für den Aal investiert. Und die Maßnahmen haben Wirkung gezeigt:

Passagemöglichkeiten: Hunderte von Hindernissen in Fließgewässern wurden entfernt, sodass der Aal wieder frei wandern kann.

Besatzmaßnahmen: Jährlich werden umfangreiche Wiederbesatzmaßnahmen mit Glasaalen in dänischen Seen und Fließgewässern durchgeführt.

Verbesserungen der Umwelt: Die Wasserqualität in den dänischen küstennahen Gebieten und Süßgewässern hat sich insgesamt deutlich verbessert.

Strenge Regulierung der Fischerei: Die berufsmäßige und die Freizeitfischerei auf Aal wurden historischen strengen Quoten, Schonzeiten und Mindestmaßen unterworfen.

Das Ergebnis dieser langfristigen Anstrengungen ist eine positive Entwicklung des Bestands, wobei der Einzug von Glasaalen und die Dichte von Blankaalen an mehreren Überwachungsstationen im Vergleich zu den Tiefstständen der 2000er-Jahre eine Stabilisierung und einen Anstieg gezeigt haben.

Das Vorsorgeprinzip darf keine Ausrede werden

3. Nachhaltige dänische Bewirtschaftung und Rückverfolgbarkeit.

Die dänische Aalfischerei gehört zu den am stärksten regulierten der Welt. Die Berufsfischerei ist stark eingeschränkt und unterliegt strenger Kontrolle, während die Mitnahme von Aalen durch Freizeitfischer im Süßwasser stark reguliert oder in bestimmten Zeiträumen vollständig verboten ist. Wenn man in Dänemark gefangene Aale von zugelassenen Berufsfischern kauft, unterstützt man eine kontrollierte und nachhaltige Nutzung einer Ressource, bei der laufend deutlich mehr Aale wieder ausgesetzt werden, als dem System entnommen werden. 

Die Schlussfolgerung muss sein, dass ein unklar definiertes Vorsorgeprinzip keine Ausrede dafür sein darf, die tatsächlichen fachlichen Ergebnisse zu übersehen, die durch die Bewirtschaftung in den vergangenen 15–20 Jahren erzielt wurden.

Wenn wir die positive Entwicklung und die fachlich fundierten Maßnahmen dadurch verkennen, dass wir das Produkt einfach verbieten, beseitigen wir zugleich den Anreiz, die lokale Bewirtschaftung, Gewässerpflege und das Kulturerbe rund um die dänische Aalfischerei aufrechtzuerhalten.

Sie können den in Dänemark gefangenen Aal daher unbesorgt und mit gutem fachlichem Gewissen auf der Weihnachtstafel genießen. Guten Appetit.